
Das Projekt "Mohr of Memmingen" beschäftigt den Deggendorfer Werbegrafiker und Künstler Utz Benkel schon seit Jahrzehnten . Jetzt wird das Landesstheater Schwaben den "Mohren" auf die Theaterbühne bringen, wie der stellvertretende Intendant Peter KESTEN Benkel bestätigte .
Nach wahren Begebenheiten hatte Benkel während seiner Zivildienstzeit 1980/81 in Memmingen in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Leo HIEMER ein Drehbuch geschrieben, vor zwei Jahren verfassten beide mit dem Kunsthistoriker Dr . Henry TAUBER das gleichnamige buch . Leo HIEMER, gelernter Historiker und Germanist, der mit dem Allgäuer Kultfilm "Daheim sterben die Leut" seinen Durchbruch schaffte, ist beauftragt ein entsprechendes Bühnenstück zu verfassen . Premiere ist Vier-Personen-Stück unter der Regie des Theaterregisseurs Patrick SCHIMANSKY auf der Studiobühne des Landestheaters ist der 25 . Mai 2005 . Am gleichen Tag ist es eine große Retrospektive von Benkels Werken im historischen Antonierhaus in Memmingen geplant, einen Steinwurf von der Studiobühne am Schweizerberg und ebenfalls in ummittelbarer Nähe des ebenfalls besetzten Hauses . Mit von der Partie ist Benkels Hausbesetzer- und Künstlerfreund Micha PARASZCUK der mit Metall und Betonobjekten an dieser Ausstellung beteiligt wein wird . Danach wird es 10 bis 15 Aufführungen in Memmingen geben, bevor das Stück auf Tournee geht . Ein Gastspiel in Deggendorf ist für den 1 . Juli 2005 in Kolpingsaal vorgesehen .
Mit dem "Mohr of Memmingen" porträtiert Utz Benkel als einer der Dabei gewesenen eine Generation, die im Windschatten der berühmten "68-er" nach einer deprimierenden Phase im deutschen Herbst der 70-er Jahre "ihre" Zeit, ihre emotionale und geistige Heimat in Hausbesetzerzeit als letzter Jugendrevolte Deutschlands fand . Leo HIEMER soll die Geschichte Utz Benkel s und seiner Protagonisten in einem Theaterstück dramatisieren:
Der "Gasthof zum Mohren" war jahrelang so etwas wie das – ziemlich heruntergekommene – Wohnzimmer der Alternativszene Memmingens . Doch die Abrissbirne steht schon bereit . Noch einmal versammelt sich die Szene und beschwört alte Zeiten, in denen (fast) alles besser war . Als das Morgengrauen dräut, schart sich um den Tresen nur noch der harte Kern . Moritz, vor 20 Jahren Symbolfigur der linken Szene kämpft nach wie vor um die Verwirklichung seiner hehren Grundsätze . Maja, seine einst blutjunge Geliebte ha dagegen die Kurve gekriegt und Karriere gemacht . Vögele Deutschland, damals Dadaist , ist heute Realist, der seine kreative Vergangenheit sarkastisch kommentiert . Mecki dagegen ist derselbe unkonventionelle Charakter geblieben, ein Mann der Tat, der vor keiner Konfrontation zurückschreckt . Gemeinsam werden die alten Zeiten beschworen, aber jeder sieht sie anders . So brechen mit einem Mal die Spannungen von einst wieder auf . Die Vier verheddern sich bald heillos zwischen den Visionen von einem besseren (Zusammen)-Leben und den aktuellen Verhältnissen . Schließlich rückt der Bagger an . Die Lichter gehen aus, es wird hell .
Benkel wird derzeit auch studentischer Betrachtungen: Lisa GIBIS, Doris HUBER, Christine NUSPL, die im zweiten Semester Medientechnik bei Prof . Ernst JÜRGENS an der FH Deggendorf studieren, produzieren einen kurzen Dokumentarfilm als Semesterarbeit im Fach "Film/Video/Design über das künstlerische Schaffen Utz Benkel s . Im Rahmen dieser Arbeit wird auch an den Originalschauplätzen Tutzing, München und Memmingen gedreht . Das Künstlerporträt wird im Herbst der Öffentlichkeit präsentiert
Exlibris für L . Stiegler
Utz Benkel hat für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bundestag und bayerischen Parteivorsitzenden Ludwig STIEGLER ein humoristisches Exlibris entworfen . Der Deggendorfer konnte es dem Politiker bei seinem Besuch letzter Woche in Plattling überreichen . Benkel ist seit vielen Jahren mit der Gattin von Ludwig STIEGLER befreundet . Für Birgit GÖBEL-STIEGLER, die Geschäftsführerin der Deutschen Exlibris-Gesellschaft e . V . ist, hat drei Jahreskongresse organisiert – zwei davon in Deggendorf und in diesem Jahr in Memmingen . |